Arie:
- Zweck: Arien sind lyrische, ausdrucksstarke Stücke für einen Solosänger. Sie werden oft verwendet, um die Gefühle, Gedanken oder Reflexionen einer Figur zu vermitteln und Einblicke in ihre innere Welt zu gewähren.
- Struktur: Arien haben typischerweise eine Strophe-Refrain-Struktur, wobei die Strophe neues musikalisches Material präsentiert und der Refrain eine einprägsame Melodie wiederholt.
- Musikalische Behandlung: Arien zeichnen sich durch ihre melodische Schönheit und Verzierung aus. Sie stellen die stimmlichen Fähigkeiten des Sängers zur Schau und ermöglichen stimmliche Virtuosität, einschließlich komplizierter Koloraturpassagen und aufwendiger Stimmverzierungen.
Rezitativ:
- Zweck: Rezitative sind Passagen gesungener Rede oder Dialoge, die die Handlung vorantreiben und wesentliche Informationen oder Gespräche zwischen Charakteren vermitteln.
- Struktur: Rezitative sind frei strukturiert und folgen eng dem natürlichen Rhythmus und Tonfall der Sprache. Sie ähneln oft mehr der Sprache als dem traditionellen Gesang.
- Musikalische Behandlung: Rezitative werden von einer spärlichen Instrumentalstruktur begleitet, die typischerweise von einem Tasteninstrument wie einem Cembalo oder einem Fortepiano bereitgestellt wird. Die musikalische Begleitung unterstützt den Sänger und hilft dabei, den gewünschten emotionalen Kontext zu schaffen. Rezitative sind in der Regel nur minimal bis gar nicht verziert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Arien lyrische und ausdrucksstarke Solostücke sind, während Rezitative gesungene Sprache sind, die der Handlungsentwicklung dient. Arien bieten Gelegenheit für stimmliche Virtuosität, während bei Rezitativen die Vermittlung der Geschichte und der Dialoge der Charaktere im Vordergrund steht. Beide Elemente sind entscheidend für die dramatische Wirkung und emotionale Tiefe einer Oper.